Angesichts begrenzter humanitärer Hilfe bleibt das Risiko der Unterernährung von Kindern hoch, Überwachung und Inhaftierungen von Zivilisten in der Stadt an der Tagesordnung.
„Heute liegt eine allgegenwärtige Atmosphäre der Angst über El Fasher“ – Agnès Callamard
Die Zivilbevölkerung in El Fasher in Nord-Darfur, Sudan, leidet auch ein Jahr nach der Einnahme der Stadt durch die Rapid Support Forces (RSF) und den von ihnen begangenen Gräueltaten gegen Zivilisten weiterhin unter Inhaftierungen, Folter und eingeschränktem Zugang zu humanitärer Hilfe, teilte Amnesty International heute mit.
In neuen Zeugenaussagen berichteten Einwohner, die kürzlich aus der Stadt fliehen konnten, gegenüber Amnesty International, wie Schulen in Haftanstalten umgewandelt worden seien, wie ihre Bewegungsfreiheit streng kontrolliert werde und dass rechtswidrige Tötungen an der Tagesordnung seien.
Nach Angaben humanitärer Organisationen, die in der Stadt tätig sind, halten sich derzeit weniger als 70.000 Menschen in El Fasher auf, während die Einwohnerzahl vor dem Krieg bei über einer Million lag. Der Zugang für humanitäre Hilfe ist nach wie vor eingeschränkt, und humanitäre Helfer sowie andere Zivilisten in der Stadt werden ständig überwacht oder kontrolliert. Das Risiko willkürlicher Inhaftierungen ist sowohl für Zivilisten als auch für humanitäre Helfer weiterhin extrem hoch.
Hier die original englische Version: Sudan: El Fasher civilians suffer unlawful killings, detention and torture one year after city’s capture by the RSF – new testimony – Amnesty International