SUDAN
Der Menschenrechtsbericht von ACJPS für den Sudan für das Jahr 2025 wurde veröffentlicht. Neben Themen wie Lobbyarbeit und Gerichtsverfahren umfasst der Bericht die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen im Sudan im Jahr 2025.
https://www.acjps.org/publications/acjps-annual-report-2025
- Angriffe auf Zivilbevölkerung & Eskalation der Gewalt
Im März 2026 kam es zu einer deutlichen Intensivierung direkter Angriffe auf Zivilist*innen. Besonders alarmierend ist der zunehmende Einsatz von Drohnen im Konflikt zwischen den Sudanese Armed Forces (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF).
Am 20. März wurde das Al-Deain Teaching Hospital in Ost-Darfur getroffen. Dabei wurden mindestens 64 Menschen getötet, darunter Patient*innen und medizinisches Personal. Die Einrichtung wurde vollständig außer Betrieb gesetzt, wodurch tausende Menschen keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung haben.
Weitere Drohnenangriffe trafen zivile Ziele wie Märkte und Fahrzeuge:
- In Nord-Darfur wurden 22 Zivilist*innen (inkl. eines Säuglings) bei einem Angriff auf einen Markt getötet
- In Nord-Kordofan starben weitere 6 Zivilist*innen bei einem Angriff auf einen LKW
Insgesamt wurden allein zwischen Januar und Mitte März über 500 zivile Todesopfer durch Drohnenangriffe dokumentiert.
Über 1900 Fälle von sexueller Gewalt wurden zwischen 2023 und 2025 dokumentiert. Es wird von willkürlichen Verhaftungen von Frauen berichtet.
https://www.dabangasudan.org/en/all-news/article/%e2%99%a6-sudan-news-highlights-%e2%99%a6-10
- Hunger, Vertreibung & humanitäre Versorgungskrise
Die humanitäre Lage hat sich im März weiter dramatisch verschlechtert. Berichte zeigen, dass Hunger gezielt als Kriegsstrategie eingesetzt wird.
Analysen belegen, dass RSF-Einheiten von März bis Juni 2024 systematisch 41 Dörfer angriffen um landwirtschaftliche Infrastruktur zu zerstören und damit Nahrungsmittelproduktion gezielt zu verhindern. Diese Strategie trägt weiterhin maßgeblich zur Ausbreitung von Hungersnöten bei. Zusätzlich steigen die Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel wegen dem derzeitigen Krieg.
Gleichzeitig steht die medizinische Versorgung kurz vor dem Kollaps. Lebenswichtige Medikamente im Wert von 600.000 USD sind wegen des derzeitigen Iran-Konflikts in Dubai blockiert, so könnten die Kliniken im Sudan innerhalb weniger Wochen ohne Vorräte sein.
Zusätzlich verschärfen globale Konflikte (z. B. Unterbrechung von Lieferketten) die Versorgungslage erheblich.
Die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) und Kämpfer der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Nord (SPLM-N), die Berichten zufolge von Joseph Toka angeführt werden, haben große Teile der strategisch wichtigen Stadt El Kurmuk in der Region Blauer Nil eingenommen, was zur Flucht von mehr als 73.000 Zivilisten in die Landeshauptstadt Ed Damazin geführt hat.
https://www.dabangasudan.org/en/all-news/article/sudan-new-halfa-farmers-face-80-cost-hike
- Vertreibung & regionale Destabilisierung
Der Sudan-Konflikt wirkt zunehmend destabilisierend auf die gesamte Region.
Im März 2026 wurden tausende sudanesische Geflüchtete in den Tschad weiter ins Landesinnere verlegt – darunter über 2.300 Menschen, mehrheitlich Frauen und Kinder. Auslöser waren grenzüberschreitende Angriffe (inkl. Drohnenangriff mit 17 Todesopfern im Tschad), sowie anhaltende Kämpfe im Sudan
- Internationalisierung des Konflikts
Der Konflikt im Sudan weist im März 2026 verstärkt internationale Dimensionen auf.
Die sudanesische Regierung beschuldigte erstmals offiziell Äthiopien, Drohnenangriffe auf sudanesisches Gebiet ermöglicht zu haben. Dies deutet auf eine zunehmende Regionalisierung des Konflikts hin, mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die Stabilität in Ostafrika.
SÜDSUDAN
- Massaker, Gewalt & Eskalation lokaler Konflikte
Im März 2026 erreichte die Gewalt im Südsudan ein neues Ausmaß.
Am 2. März wurden in der Region Ruweng mindestens 169 Menschen getötet, darunter überwiegend Zivilist*innen (Frauen, Kinder, ältere Menschen). Der Angriff erfolgte durch eine nicht-identifizierte Gruppe von Männern.
- Gefahr eines erneuten Bürgerkriegs
Analysen und Berichte aus März 2026 zeigen, dass das Friedensabkommen von 2018 zunehmend zerfällt.
Beobachter*innen berichten von zunehmenden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Milizen. Augenzeug*innen berichten, dass sie vor Angriffen fliehen mussten, während Dörfer bombardiert, Häuser niedergebrannt und Zivilisten brutal angegriffen wurden.
„Es gibt keine andere Bezeichnung dafür als ein Krieg in vollem Umfang“, sagte Ter Manyang Gatwech, ein Menschenrechtsaktivist.
- Humanitäre Lage & Schutz der Zivilbevölkerung
Die zunehmende Gewalt führt zu massiver Vertreibung und humanitären Notlagen.
Zwischen dem 4. und 10. März wurden insgesamt 101 neue Cholera-Fälle und sechs Todesfälle gemeldet.
Die Gesundheitslage im Bezirk Akobo hat sich erheblich verschlechtert. Von den 15 Gesundheitseinrichtungen sind sieben aufgrund von konfliktbedingten Schäden nicht funktionsfähig.
Es wurde von weit verbreiteten Plünderungen berichtet, darunter auch NGO-Einrichtungen und das Akobo-Krankenhaus. Durch die Plünderung und Zerstörung von Solarpanels an der wichtigsten Wasserpumpstation in Akobo ist die Anlage nicht mehr funktionsfähig, was den Zugang zu sauberem Wasser extrem einschränkt.
Nach verifizierten Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden in den Bundesstaaten Jonglei, Lakes, Upper Nile und Central Equatoria seit Ende 2025 mehr als 267.000 Menschen vertrieben.