Briefmarathon 2019: Südsudan: Mit 15 zum Tode verurteilt

When Magai Matiop Ngong was 15 he loved running and gospel singing. He was in secondary school and had ambitions to help people when he grew up. But life as he knew it came to a sudden end in 2017 when he was accused of murder. At his trial he told the judge that he was only 15 and tried to explain that the killing he was accused of was an accident. But the judge sentenced him to death by hanging. “The feeling is not good at all,” he says, “to be informed that you are going to die, I am not happy for that…”. Magai didn’t have a lawyer to help him when he was arrested or in his first trial. The judge told him he had 15 days to write an appeal to ask for his death sentence to be cancelled. He only got a lawyer when he moved prisons. Last year, seven people were hanged in South Sudan: one of them, like Magai, was just a child. Two years after his sentence, Magai is on death row in Juba central prison waiting for his appeal but he hasn’t lost his “hope…to be out and to continue… school.” When South Sudan got its independence in 2011, the country had the opportunity to break with Sudan’s practice of imposing death sentences and executing people but chose not to. Since 2011 Amnesty International has recorded 36 executions and the imposition of 58 death sentences in South Sudan. By 6 June 2018 at least 345 people were known to be under the sentence of death.Since 2011 Amnesty International has recorded 36 executions and the imposition of 58 death sentences in South Sudan. By 6 June 2018 at least 345 people were known to be under the sentence of death. The country has carried out executions every year since independence except for 2014 when Amnesty International did not record any execution in the country. Given the lack of transparency on the use of the death penalty, this does not mean that no executions took place.

Hunderttausende Menschen machen jedes Jahr beim Amnesty-Briefmarathon mit: Sie schreiben Briefe für Menschen in Not und Gefahr. 2018 waren es weltweit 5,9 Millionen Briefe – adressiert an Regierungen, um Unrecht zu beenden, und an bedrohte Menschen, um ihnen Solidarität zu zeigen.

Zu unrecht inhaftierte Menschen werden freigelassen, diskriminierende Gesetzestexte geändert und politische Aktivist_innen in ihrer Arbeit unterstützt: Die jährliche Aktion anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember ist sehr erfolgreich. Der diesjährige Briefmarathon findet vom 1.12. – 23.12.2019 statt. In diesem Jahr wurden zehn junge Menschen aus verschiedenen Ländern für den Briefmarathon ausgesucht, darunter auch der 17-jährige Magai Matiop Ngong aus dem Südsudan. Er ist 17 Jahre alt und in Gefahr, hingerichtet zu werden. Ein Gericht im Südsudan hat ihn wegen eines tödlichen Unfalls im Jahr 2017 zum Tode verurteilt.

Bitte beteilige dich an der Online-Petition https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/mit-15-zum-tode-verurteilt oder schreibe Appellbriefe an den südsudanesischen Präsidenten. Hier findest du die Briefvorlage und die Hintergrundinformationen zum Ausdrucken : Amnesty_Briefmarathon19_Protestbrief_Suedsudan  Amnesty_Briefmarathon19_Fallbeschreibung_Suedsudan

 

Hier der Petitionstext:

Sehr geehrter Herr Botschafter,

ich bin in großer Sorge um Magai Matiop Ngong. Der 17-jährige Jugendliche wurde 2017 zum Tode verurteilt und ist in Gefahr, hingerichtet zu werden. Magai Matiop Ngong beteuert, dass er niemanden ermordet hat. Der Prozess gegen ihn erfüllte nicht die Standards für ein faires Gerichtsverfahren, da er keinen Rechtsbeistand hatte. Dabei ist es sowohl nach süd- sudanesischem Recht als auch entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention rechtswidrig, Todesurteile gegen Minderjährige zu verhängen – besonders in Prozessen, bei denen die Schuld der Angeklagten nicht klar bewiesen werden konnte.

Daher fordere ich Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass das Todesurteil gegen Magai Matiop Ngong umgehend aufgehoben wird.

Hochachtungsvoll,

 

Hintergrundinformationen

Bei einer Auseinandersetzung unter Jugendlichen, löste sich ein Schuss aus Magais Gewehr und traf seinen Cousin tödlich. Vor Gericht hatte Magai keinen Rechtsbeistand. Er musste sich selbst verteidigen und beteuerte, er habe keinen Mord begangen, es habe sich vielmehr um einen Unfall gehandelt. Doch das Gericht befand ihn für schuldig und verhängte die Todesstrafe, obwohl er damals erst 15 Jahre alt war. Dabei verbieten sowohl das südsudanesische Recht als auch die UN-Kinderrechtskonvention Todesurteile gegen Minderjährige. Der Jugendliche hat inzwischen einen Rechtsbeistand, der Berufung gegen das Urteil eingelegt hat. Doch die Situation ist hart für Maghai:

„Es ist nicht schön, wenn man erfährt, dass man sterben wird. Niemand möchte das. Ich hoffe, dass ich freikomme und wieder zur Schule gehen kann.“

Im Südsudan sind 2018 sieben Menschen hingerichtet worden, darunter auch ein Minderjähriger. Es war die höchste Zahl an Hinrichtungen seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 2011. In diesem Jahr gab es mindestens schon zehn weitere Hinrichtungen im Südsudan.