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DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO


Kampagne/Petition

"Time to recharge" - Es ist an der Zeit, saubere Batterien aufzuladen

25.04.2018

Täglich benutzen wir Handys, Laptops, Elektroautos und andere Geräte, die mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben werden. Kobalt ist ein Kernbestandteil dieser Akkus. Mehr als 50% des weltweit abgebauten Kobalterzes stammt aus der Demokratischen Republik Kongo, wo das Mineral nicht nur im industriellen Maßstab gefördert wird, sondern oft auch im handwerklichen Kleinbergbau gewonnen wird. Unter gefährlichen Bedingungen wird dort Kobalterz von Erwachsenen und oft auch Kindern abgebaut. Es gibt internationale Standards für Unternehmen zur Erfüllung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in Lieferketten, das gilt auch für den Weg vom Erzabbau im Kongo bis zum Akku im Elektroauto in Deutschland. Sorgfaltspflicht heißt, dass Unternehmen Risiken für die Menschenrechte identifizieren und Maßnahmen dagegen ergreifen müssen. Amnesty kontaktierte zahlreiche multinationale Konzerne von der Erzbeschaffung und -verhüttung über die Hersteller von Akkuteilen und Akkus bis hin zu den Produzenten von elektronischen Geräten oder Elektroautos, die diese Akkus einbauen. Fazit: Kein einziges dieser Unternehmen kommt seiner Sorgfaltspflicht in der Kobaltlieferkette in angemessenem Maße nach (Berichte "This is what we die for" 2016, "Time to recharge" 2017). Einen Einblick zum Thema könnt ihr in diesem Video erhalten. Weitere Hintergrundinformationen findet ihr hier. Bei Interesse an Vorträgen zum Thema und Fragen meldet euch bitte unter info@amnesty-drkongo.de.

Zentrales Ziel der Aktion:

Unternehmen setzen ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht entlang der ganzen Kobaltlieferkette in konkrete Maßnahmen um und machen diese transparent

Materialien:

  • Petition an Microsoft
  • Briefe an die deutschen Autohersteller Daimler, VW und BMW
  • Infoblatt, das an Ständen ausgelegt werden kann
  • Informationsgrafik
  • Amnesty-Video, hierzu auch deutsche Untertitel
  • 2-minütiges Kurzvideo, hier downloadbar
  • Bericht "This is what we die for" (englisch) 2016
  • Nachfolgebericht "Time to recharge" (englisch) 2017
  • eine deutsche Übersetzung des zusammengefassten Berichts "Time to recharge" steht in den nächsten Tagen zur Verfügung
  • eine Übersichtsgrafik und eine weitere Infografik zum aktuellen Bericht folgen in den nächsten Tagen
  • Vorlage, die für Plakate für eigene Aktionen genutzt werden kann (bitte unter info@amnesty-drkongo.de anfragen)

(letzte Aktualisierung 29.04.2018)


Aktuelle Pressemitteilungen

Auch ein Jahr nach dem Mord an zwei UN-Experten noch keine Gerechtigkeit

27.03.2018

Ein Jahr ist vergangen, seit die Leichen der ermordeten UN-Experten in der Region Kasai der DR Kongo aufgefunden wurden. Amnesty International fordert nun, dass die internationale Gemeinschaft Gerechtigkeit üben muss. Die Leichen der schwedisch-chilenischen Zaida Catalan und des Amerikaners Michael Sharp wurden am 27. März 2017, zwei Wochen nach ihrem Verschwinden, aufgefunden. Beide arbeiteten zu Menschenrechtsverstößen im Zusammenhang mit Zusammenstößen der kongolesischen Armee und Unterstützern eines regionalen Oberhauptes, das zuvor von Regierungstruppen ermordet wurde.

„Michael und Zaida wurden ermordet, während sie versuchten, Gerechtigkeit für die Familien von tausenden Menschen zu schaffen, die von Bürgermilizen und Truppen der Regierung getötet wurden”, sagte Joan Nyanyuki, Regionalleiterin von Amnesty International in Ostafrika, dem Horn von Afrika und dem Gebiet der Großen Seen. „Die Gerechtigkeit für die beiden ist schon lange überfällig und die DRK hat es bislang versäumt, ihre Morde und andere schwerwiegende Menschenrechtsverstöße in der Region Kasai glaubwürdig aufzuklären. Diese Personen sollen nie vergessen werden und ihr Tod soll nicht vergebens gewesen sein.”

Die UN schätzen, dass die Krise in der Region Kasai, hervorgerufen durch den Mord an dem Regionaloberhaupt Kamuena Nsapu im August 2016, mehr als 1,3 Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen machte. Amnesty International geht davon aus, dass die kongolesischen Behörden kein Interesse an der Untersuchung der Verdächtigen in allen Fällen haben, darunter auch diejenigen im Falle von Zaida und Michael.

Den englischen Originalartikel findet man hier, eine französische Version hier.

(letzte Änderung: 10.04.2018)


Urgent Action

VIER AKTIVIST_INNEN WILLKÜRLICH INHAFTIERT

14.03.2018

Die Jugendaktivist_innen Grâce Tshiuza, Mino Bompomi, Cedric Kalonji und Carbone Beni sind noch immer in willkürlicher Haft und wurden seit ihrer Festnahme am 30. Dezember 2017 keinem Gericht vorgeführt. Sie wurden festgenommen, als sie in der Öffentlichkeit für eine friedliche Demonstration warben. Die Behörden haben bisher kaum Gründe für ihre Inhaftierung gegeben. Die vier Aktivist_innen werden vom nationalen Geheimdienst ANR gefangen gehalten.

Setzt euch direkt online für die vier Aktivist_innen ein!

Die Aktion läuft noch bis zum 25.04.2018.

(letzte Aktualisierung: 04.10.2018)


Urgent Action: Erfolg

FÜNF AKTIVIST_INNEN AUS GOMA FREI

21.03.2018

Die Demokratie-Aktivist_innen Rachel Pilipili, Francois Kahombo Hangi, Justin Mutabesha, Benjamin Kamuntu und Parfait Muhani waren am 21. Januar während einer friedlichen Demonstration in Goma festgenommen worden. Sie wurden am 20.03.2018 freigelassen, nachdem sie vor Gericht freigesprochen wurden.

Vielen Dank an alle, die sich an der Aktion beteiligt haben!

(letzte Aktualisierung: 04.10.2018)


Unverhältnismäßig hartes Durchgreifen der Polizei gegen Proteste muss aufhören

01.12.2017

Die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo müssen Untersuchungen zu dem unverhältnismäßig harten Durchgreifen der Polizei während der landesweiten Proteste am 30. November 2017 einleiten. Bei diesen waren laut Amnesty-Angaben mindestens eine Person getötet und Dutzende weitere durch Polizisten verletzt worden. Zusätzlich hatten die Sicherheitskräfte landesweit mehr als 200 Personen willkürlich festgenommen. Während einige von ihnen noch am selben Tag wieder frei kamen, bleibt ein Großteil nach wie vor in Gewahrsam.

„Die Regierung der DRK muss unverzüglich unabhängige Untersuchungen zu den Vorfällen einleiten und die Verantwortlichen der Justiz überführen.“
(Sarah Jackson, stellvertretende Regional-Direktorin für Ostafrika, die Region der Großen Seen und das Horn von Afrika)

„Diese schamlose Missachtung der Leben von Protestierenden und der gesetzwidrige Einsatz von Gewalt können nicht toleriert werden. Der Einsatz von Feuerwaffen gegen unbewaffnete Protestierende verstößt gegen internationales Recht“, sagt Sarah Jackson, stellvertretende Amnesty International Regional-Direktorin für Ostafrika, die Region der Großen Seen und das Horn von Afrika.

„Die Regierung in der DRK muss unverzüglich unabhängige Untersuchungen zu den Vorfällen einleiten und die Verantwortlichen der Justiz überführen. Die anhaltenden Repressionen gegen friedliche Protestierende und die damit einhergehende Straffreiheit für Täter müssen aufhören“, so Jackson weiter. Amnesty International fordert außerdem die sofortige und bedingungslose Freilassung von Personen, die bei der friedlichen Ausübung ihrer Rechte festgenommen worden sind.

Hintergrund

Am 30. November kam es landesweit in verschiedenen Städten zu Protesten gegen den weiteren Verbleib des Präsidenten Joseph Kabila im Amt. Die Protestierenden forderten Kabila dabei auf, zum Ende des Jahres zurückzutreten.

Die Präsidentschaftswahlen waren zunächst zum Ende der zweiten Amtszeit von Joseph Kabila im November 2016 vorgesehen, wurden seitdem allerdings immer wieder verschoben. Zurzeit sind sie für den 23. September 2018 geplant.

Zur Mitteilung auf amnesty.org

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