Kenia: Zwangsrückführung von Geflüchteten stoppen

In einem Kommentar vom 10.02.2021 in der kenianischen Zeitung „The Star“ schreibt Victor Nyamori, Amnesty Berater für die Rechte von Geflüchteten und Migranten, über die Lage von verschwundenen südsudanesischen Flüchtlingen.

Zusammenfassung:
Vier Jahre sind vergangen, seit Dong Luak und Aggrey Idris, beide südsudanesische Staatsangehörige, gewaltsam von den Straßen Nairobis verschwunden sind. Bis heute ist die Verantwortlichkeit für dieses schreckliche Verbrechen sowohl in Kenia als auch im Südsudan nicht geklärt. Der Fall von Dong und Aggrey ist nicht der einzige, in dem die kenianische Polizei verdächtigt wird, am Verschwinden von Geflüchteten beteiligt zu sein.

Kenia ist Mitglied des UN-Sicherheitsrats. Deshalb kommt Kenia eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, die internationalen Grundsätze zum Schutz von Geflüchteten und anderen Personen vor einer Überstellung in andere Rechtsgebiete ohne ordnungsgemäßes Verfahren zu gewährleisten, insbesondere dann, wenn für sie ein echtes Risiko von Menschenrechtsverletzungen besteht.

Nicht nur Kenia muss zur Rechenschaft gezogen werden, sondern auch der Südsudan, Äthiopien und alle anderen Länder, die an Zwangsrückführungen beteiligt sind. Die kenianische Polizei muss gründliche, unabhängige Ermittlungen gegen alle durchführen, die in Entführungen, gewaltsames Verschwindenlassen und erzwungene Rückführungen von Geflüchteten verwickelt sind. Dazu gehört auch, dass die Verantwortlichen für das Verschwinden von Dong und Aggrey zur Rechenschaft gezogen werden und dass sichergestellt wird, dass solche Übergriffe in Zukunft nicht mehr vorkommen.

Der Original-Kommentar (op-ed) erschien in der kenianischen Zeitung „The Star“ und ist unter folgendem Link abrufbar:
https://www.the-star.co.ke/opinion/columnists/2021-02-10-stop-forced-return-of-refugees/