Burundi im Briefmarathon: Schreib für die Freiheit Germain Rukukis!

Wie jedes Jahr im Dezember findet auch 2020 der Briefmarathon Amnesty Internationals statt: Weltweit schreiben Millionen Menschen an Regierungen, Angehörige und zu Unrecht Inhaftierte, um Druck auszuüben und Solidarität zu bekunden. Jeder Brief, jede Email, jede Aktion zählt – denn der Briefmarathon wirkt!

Über Germain Rukuki

Es war im Juli 2017 als Germain in Bujumbura, Burundi verhaftet wurde. Der Grund: sein Einsatz für die Menschenrechte.

Nachdem der damalige Präsident Nkurunziza 2015 eine in der Verfassungsauslegung umstrittene dritte Amtszeit ankündigte, formierte sich breiter Widerstand auf den Straßen Burundis. Die Sicherheitskräfte reagierten mit brutalen Niederschlagungen, Wellen von Verhaftungen und Verboten sowie Lizenzentzügen bestehender Nichtregierungsorganisationen und Presseorgane. Nach einem gescheiterten Putschversuch im selben Jahr verschärfte sich die Situation und die Brutalität der Sicherheitskräfte. Hunderte Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende flohen in die Nachbarländer. In den Jahren danach folgten eine Reihe von gesetzlichen Einschränkungen der Zivilgesellschaft und bis heute hat sich, trotz Wechsel im Präsidentenamt, die Lage für diese nicht gebessert.

Germain Rukuki arbeitete u.a. mit ACAT-Burundi zusammen, einer internationalen christlichen Nichtregierungsorganisation gegen Folter, der im Oktober 2016 von Burundis Behörden die Lizenz entzogen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeitete sie vollkommen legal im Land. Germain, der ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand verhaftet und später ohne seine Anwesenheit oder die seines Rechtsbeistandes verurteilt wurde, legte das Gericht diese Zusammenarbeit dennoch zur Last. Eines der Beweismittel war eine Email zwischen ACAT-Burundi und Germain Rukuki von vor Oktober 2016 – als die Arbeit von und mit ACAT-Burundi behördlich registriert und genehmigt war.

Germain wurde wegen „Rebellion“ und „Untergrabung der staatlichen Sicherheit“ zu 32 Jahren Haft verurteilt – Sein Prozess war genauso unfair wie die unhaltbaren Vorwürfe. Aktuell sitzt er im überfüllten Ngozi Gefängnis. Seine Familie hat keinen Zugang zu ihm, den jüngsten seiner drei Söhne hat er noch nie gesehen. An Germain sollte ein Exempel statuiert werden zur Abschreckung anderer Menschenrechtsverteidiger_innen.
Wir wollen ihm, seiner Familie und Burundis Behörden zeigen, dass wir dieses Exempel nicht akzeptieren, dass wir ihn nicht vergessen haben und dass wir unsere Augen auf den Fall gerichtet haben. Wir fordern seine sofortige und unbedingte Freilassung!

Über den Briefmarathon

Jährlich wählt Amnesty International zehn Einzelfälle aus, zu denen gebündelt weltweit Briefe und Emails geschrieben, Social Media gepostet und Aktionen durchgeführt werden. Ein Brief kann ignoriert werden – Millionen aus der ganzen Welt nicht. Behörden merken, dass die Scheinwerfer auf sie gerichtet sind. In der Dunkelheit lassen sich leicht Verbrechen verüben, in der Öffentlichkeit viel schwerer. Das internationale Ansehen ist für kein Land dieser Erde irrelevant. Unsere Massen an Schreiben lösen Druck aus, schaffen Aufmerksamkeit und sind auch eine Warnung: Wir wissen, was ihr tut.
Gleichzeitig gehen ebenso Schreiben an zu Unrecht Inhaftierte wie Germain Rukuki und an ihre Angehörigen. Wir zeigen ihnen, dass sie nicht vergessen sind und wir zu ihnen stehen. Wir machen ihnen Mut und bestärken sie. So wie in das Urteil gegen Germain in Burundi nicht nur ihm galt, sondern ein Zeichen an alle Menschenrechtsverteidiger_innen setzen sollte, setzen wir ein Zeichen dagegen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Je mehr Menschen sich am Briefmarathon beteiligen, desto stärker ist unser Zeichen, desto höher ist unser Druck auf die Behörden und desto deutlicher sieht Germain, dass die Welt ihn nicht vergessen hat. Jeder Brief, jede Email zählt. Mach mit, schreibe für die Freiheit und teile unseren Aufruf!

Sende eine ermutigende Nachricht an Germain oder seine Frau Emelyne und verwende dabei die folgenden Worte in Kirundi: Komera Turikumwe! („Bleib stark, wir halten zusammen!“).
Schicke Deine Nachricht an:

Amnesty International
c/o Burundi Team
Regional Office for East Africa, the Horn and Great Lakes
Riverside Studios, Riverside Lane, Off Riverside Drive
P.O. Box 1527-00606
Nairobi
Kenia

E-Mail: burunditeam@amnesty.org

Oder beteilige dich an unserer Onlinepetition!