UA DR Kongo: 10.000 Bergleuten droht gewaltsame Vertreibung

Der Weg des Kobalts

Nach Medienberichten setzen Streitkräfte der Demokratischen Republik (DR) Kongo hunderte Soldat_innen ein, um ca. 10.000 Kleinstbergleute aus den Tenke-Fugurume-Minen in der südlichen Provinz Lualaba ab dem 2. Juli gewaltsam zu vertreiben.

Dazu sagte Sarah Jackson, stellvertretende Regionaldirektorin für Ostafrika, das Horn von Afrika und die Großen Seen bei Amnesty International:

„In Anbetracht der langen Geschichte der exzessiven Gewaltanwendung der kongolesischen Armee und ihrer Mangelnden Fähigkeit, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, muss die Regierung der DR Kongo umgehend ihre Streitkräfte von den Minen abziehen, um widerrechtliche Tötungen zu vermeiden. Diese Kleinstbergleute versuchen nur, sich mühsam ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Armee gegen sie einzusetzen, wäre völlig verantwortungslos.“

Macht mit bei unserer Urgent Action!

Amnesty International fordert vom amtierenden kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi, die Armee umgehend aus dem Minengebiet abzuziehen und keine Gewalt anzuwenden. Außerdem sollen die in der Region stationierten Sicherheitskräfte angemessen geschult und ausgestattet werden. Des Weiteren soll die Regierung einen Dialog mit Kleinbergbauvertreter_innen beginnen, um vorhandene strukturelle Probleme zu erkennen und zu bewältigen.

Die Urgent Action läuft noch bis zum 12. August und kann direkt online unterzeichnet werden:

 

Hintergrund zu Kobaltabbau in der DR Kongo:

Die ehemalige Provinz Katanga im Süden der DR Kongo.

Die Provinz Lualaba ist Teil der ehemaligen Provinz Katanga in der südlichen DR Kongo und die wichtigste Kupfer- und Kobaltregion des Landes. Die Regierung schätzt, dass 20% des derzeit exportierten Kobalts von Kleinstbergleuten in Katanga abgebaut wurde. Kobalt findet unter anderem in Lithium-Ionen-Akkus für z. B. Mobiltelefone, Tablets und Elektroautos Verwendung.

Insgesamt arbeiten ca. 110.000, saisonal auch bis zu 150.000, Kleinstbergleute in Katanga. In Ermangelung zugelassener Kleinstbergbaugebiete betreten viele Bergleute illegalerweise private Konzessionsgebiete.

Der Tenke-Fugurume-Minenkomplex in der DR Kongo beherbergt eine der weltweit größten Minen für hochwertiges Kupfer und Kobalt und ist im Besitz von China Molybdenium Co., Ltd., welches an der Hongkonger Börse notiert ist.

Weitere Informationen findet man auch auf amnesty.org:

 

Mehr Materialien und Informationen zu Kobaltabbau in der DR Kongo gibt es außerdem auf unserer Kampagnenseite: