Amnesty International Kogruppen Zentral-Ostafrika

Impressum | Login

Kogruppen Zentral-Ostafrika

StartseiteSomalia Aktuelle Aktionen

SOMALIA

Aktuelle Aktionen

Urgent Action

Zwei Jungen sind wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die beiden geben an, sie seien gezwungen worden, den Mord zu gestehen.

Amnesty fordert:

Bitte gewähren Sie Muhamed Yasin Abdi und Daud Saied Sahal ein Neuverfahren vor einem Zivilgericht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Jugendstrafrechts und internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren, die u.a. die Zulassung von unter Folter erlangtem Beweismaterial vor Gericht untersagen.

Führen Sie bitte eine umfassende, unparteiische und wirksame Untersuchung der Folter- und Misshandlungsvorwürfe durch.

Bitte entschließen Sie sich zur Verhängung eines offiziellen Hinrichtungsmoratoriums mit dem Ziel, die Todesstrafe ganz abzuschaffen.

Sachlage

Der Oberste Militärgerichtshof von Puntland hat das Todesurteil von Muhamed Yasin Abdi und Saied Sahal in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Die zwei gehören zu einer Gruppe von sieben männlichen Personen, die am 28. Dezember 2016 in Bosaso in Puntland festgenommen wurden, nachdem drei hochrangige Beamt_innen der puntländischen Regierung getötet worden waren. Am 8. April wurden fünf Menschen dieser Gruppe hingerichtet. Das Alter aller sieben Personen ist zurzeit nicht eindeutig geklärt. Laut Familienangehörigen waren sie zum Zeitpunkt der ihnen zur Last gelegten Tat alle unter 18 Jahren. Die puntländischen Behörden versichern jedoch, dass die Beschuldigten volljährig, also mindestens 18 Jahre alt waren.

Laut Angaben des Vaters des hingerichteten Ayub Yassin und des Onkels des ebenfalls hingerichteten Ali Ismaeil wurden die sieben auf verschiedene Arten misshandelt und etwa zwei Wochen lang in Schiffscontainern inhaftiert, ehe man sie zu einer Polizeiwache brachte. Das Verfahren gegen die sieben Angeklagten fand am 13. Februar 2017 vor einem Militärgericht statt. Das Gericht befand sie für schuldig und verurteilte sie zum Tode. Im ersten Verfahren wurde allen sieben der Zugang zu einem Rechtsbeistand verwehrt. Einen Monat nach dem Todesurteil legten die Rechtsbeistände Rechtsmittel gegen den Schuldspruch und das Strafmaß ein. Doch auch ein höherinstanzliches Militärgericht bestätigte die Todesurteile.

Appell an:

Justizminister von Puntland Hassan Hussein Haji Ministry of Justice, Puntland Bosaso, Puntland SOMALIA

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Somalia S.E. Herrn Mohamud Mohamed Tifow Postfach 100374 10563 Berlin

Hintergrund

Amnesty International hatte zuvor berichtet, dass die beiden Jungen zum Tode verurteilt worden waren, dann aber später bestätigt, dass ihre Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt worden waren.

Die fünf in diesem Fall im April hingerichteten männlichen Personen gehörten zu der in Puntland lebenden Minderheit der Madibaan. Ihre Familien berichteten, dass sie nicht darüber informiert worden waren, wo und wie die Todesurteile vollstreckt wurden. Sie erfuhren erst aus dem Radio von den Hinrichtungen. Muhamed Yasin Abdi und Daud Saied Sahal gehören den dominanteren Subclans der Diseshe und Ali Seleban an.

Die Sammlung von Appellen erfolgte bis zum 24. Juli. Bitte versenden Sie keine Appelle mehr. Sobald wir neue Informationen haben, teilen wir diese hier mit!

Zur Online-Urgent Action


Petition

Mit der Ankündigung das Flüchtlingslager Dadaab zu schließen, hat die kenianische Regierung ein Klima der Angst und Unsicherheit unter somalischen Flüchtlingen geschaffen. Sie haben das Gefühl, keine andere Wahl zu haben, als nach Somalia zurückzukehren, obwohl in dem Land immer noch ein bewaffneter Konflikt herrscht und es wenig Chancen auf menschenwürdige Lebensbedingungen oder Sicherheit in Somalia gibt. Die Ankündigung der kenianischen Regierung, das Flüchtlingslager Dadaab zu schließen und Flüchtlinge zwangsweise nach Somalia zurückzuführen, ist sehr beunruhigend und erschütternd, denn sichere und würdevolle Rückführungen nach Somalia sind nicht möglich. Wenn die kenianische Regierung das Flüchtlingslager Dadaab schließt, sind mehr als eine viertel Million somalische Flüchtlinge in Gefahr nach Somalia zurückgeführt zu werden, da es keine Alternativen für die Flüchtlinge gibt, die nicht nach Somalia zurückkehren wollen. Amnesty International erkennt die Leistungen Kenias an, seit Jahrzehnten Flüchtlinge aufzunehmen und zu beherbergen, trotz fehlender Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Dennoch entbindet diese fehlende Unterstützung die kenianische Regierung nicht von ihrer Verpflichtung gegenüber den in Kenia lebenden Flüchtlingen und kann keinesfalls die erzwungene Rückführung von somalischen Flüchtlingen rechtfertigen.

Setzen Sie sich mit ihrer Unterschrift für somalische Flüchtlinge in Kenia ein!

Petition 2016 Dadaab

Bericht Nowhere else to go

Somalia