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DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Aktuelle Aktionen

Urgent Action: Aktivisten zu Haftstrafe verurteilt

Vier Aktivisten, die sich in der DR Kongo für Demokratie einsetzen, sind am 30. August zur acht Monaten Haft verurteilt worden. Sie haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Einem weiteren Aktivisten droht ebenfalls ein Gerichtsverfahren. Die fünf Männer waren am 31. Juli wegen ihrer Beteiligung an Protestveranstaltungen, in denen die Veröffentlichung des Wahlkalenders gefordert worden war, festgenommen worden. Sie befinden sich gegenwärtig in Haft.

Hintergrund: Die zweite und letzte Amtszeit von Präsident Kabila endete am 19. Dezember 2016. Wahlen für seine Nachfolge haben jedoch noch nicht stattgefunden.

Setzen Sie sich für die bedingungslose Freilassung der gewaltlosen politischen Gefangenen ein!

Zur Online-Urgent Action und weiteren Hintergrundinformationen

(letzte Aktualisierung 30.09.17)


Update: Aktivist und Anwalt wieder frei!

Am 17. Juli wurden Jean-Marie Kalonji und Sylva Mbikayi ohne Anklage freigelassen.
Zur Meldung auf amnesty.de.

Vielen Dank an alle, die an der Aktion teilgenommen haben!

Aktivist und Anwalt in Militärhaft

Jean-Marie Kalonji ist Aktivist der Jugendorganisation Quatrieme voie/ il est temps. Am 23. Juni wurde er in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), von militärischen Sicherheitskräften festgenommen. Sein Kollege und Rechtsanwalt Sylva Mbikayi wurde nur wenige Stunden später festgenommen, als er Jean-Marie Kalonji an dessen Haftort aufsuchen wollte.

Hintergrundinformationen:

Jean-Marie Kalonji ist kongolesischer Staatsbürger. Die DR Kongo hat in den vergangenen 20 Jahren keine Personalausweise für ihre Staatsangehörigen ausgestellt, weshalb diese entweder ihren Wahlschein oder einen Reisepass als Ausweisdokument nutzen.

Jean-Marie Kalonji war zuvor bereits im Dezember 2015 festgenommen worden. Vom Nationalen Geheimdienst (National Intelligence Service – ANR) wurde er über einen Zeitraum von viereinhalb Monaten ohne Kontakt zur Außenwelt gefangen gehalten. Nachdem sich die Zivilgesellschaft monatelang für ihn eingesetzt hatte, wurde er schließlich ins Makala-Gefängnis in Kinshasa verlegt, wo er bis zum 27. August 2016 inhaftiert blieb. Er wurde im Rahmen vertrauensbildender Maßnahmen im Vorfeld des Nationalen Dialogs unter Vorsitz der Afrikanischen Union über die politische Zukunft der DR Kongo zusammen mit anderen politischen Gefangenen freigelassen.

Seit seiner Freilassung ist Jean-Marie Kalonji aktives Mitglied von Quatrieme voie/ il est temps. Die Organisation verteidigt die Rechte der kongolesischen Jugend, befürwortet die Bildung der Bürger_innen und motiviert Jugendliche, sich an Projekten für den sozialen Wandel zu beteiligen. Congo love ist eine Organisation, die sich für kulturelle Projekte einsetzt, um der Bevölkerung der DR Kongo zu Autonomie und Bildung zu verhelfen. Gemeinsam veranstalten die beiden Organisationen beispielsweise Fußballturniere in Kinshasa oder Seminare zum Thema Gleichberechtigung der Geschlechter. Ihre neueste Initiative, das „Lumumba-Stipendium“, soll durch finanzielle Hilfe im Gegenzug zu einer Mitarbeit in einem der sozialen Projekte von Quatrieme voie/ il est temps zehn ausgewählten Stipendiat_innen ein Studium oder eine Ausbildung an ihren zehn Partnerinstitutionen in Kinshasa ermöglichen.

(letzte Aktualisierung 21.07.17)


Petition: Gerechtigkeit für Beni

Seit 2014 wurden Hunderte von Zivilisten in Beni im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo getötet. Werden Sie aktiv, um das Blutvergießen zu beenden.

Seit Oktober 2014 mussten in der Region von Beni im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) mehr als 682 Zivilisten ihr Leben lassen, obwohl Streitkräfte der DRK (Forces Armées de la République Démocratique du Congo, FARDC) sowie der Mission der Vereinten Nationen (MONUSCO) in der Region stationiert sind. Dorfbewohner wurden mit Macheten und Schusswaffen getötet, bei lebendigem Leib verbrannt oder verstümmelt.

Die Regierung der DRK und MONUSCO haben stets die ugandische Rebellengruppe „Allied Democratic Forces“ (ADF) für die Tötungen verantwortlich gemacht. 2014 starteten sie eine Militäroperation zur „Beseitigung” der Bedrohung durch die ADF, allerdings wurde die Gewalt gegen Zivilisten dadurch nicht beendet. Berichte einer UN-Expertengruppe weisen jedoch auf eine deutlich komplexere Situation mit mehreren Tätergruppen hin, wobei auch Angehörige der FARDC an Tötungen beteiligt gewesen sein sollen.

Fordern Sie die Regierung der DRK und MONUSCO gemeinsam mit uns dazu auf, die Zivilisten in Beni besser zu schützen, die Tötungen in Beni umgehend, unabhängig und vollständig zu untersuchen sowie die Verantwortlichen in fairen Gerichtsverfahren zur Rechenschaft zu ziehen.

Petitionen direkt zum Ausdrucken und Unterschriften sammeln:
Petition "Gerechtigkeit für Beni" (deutsch)

Bitte beteiligen Sie sich zahlreich und senden Sie die Petitionsliste bis 20. September 2017 an die aufgeführte Adresse.

Materialien für Aktionen:

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Beni finden Sie hier (englisch).

Bildquellen: KUDRA MALIRO/AFP/Getty Images

(letzte Aktualisierung 14.04.17)

DR Kongo